„Landwirtschaft“ steht auf dem Stundenplan: Absolventinnen und Absolventen des „Herrschinger Grundkurses“ im Austausch mit der RSH

Auch in diesem Schuljahr bot sich für die RSH die Möglichkeit, in Kooperation mit dem Haus der bayerischen Landwirtschaft die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 130. Herrschinger Grundkurses an die Schule einzuladen, um gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern zum Thema „Grüne Berufe – Landwirtschaft und Ernährung“ ins Gespräch zu kommen: Aus den verschiedensten Regionen Bayerns besuchten am Dienstag, 18. März nahezu 30 junge Menschen die 6. und 9. Jahrgangsstufe der Realschule Herrsching. Begleitet wurden sie von Alois Neumaier, der das Projekt aus fachlicher Sicht unterstützte. 

Hinter der Aktion steht der 130. Herrschinger Grundkurs, in dem sich derzeit 50 junge Menschen für zehn Wochen im Haus der bayerischen Landwirtschaft in Herrsching weiterbilden. Denn Landwirt zu sein, das bedeutet heute weit mehr als Traktor zu fahren und Kühe zu melken: Im Herrschinger Grundkurs, der seit 1948 angeboten wird, diskutieren die jungen Menschen und teilweise bereits jungen Unternehmerinnen und Unternehmer über persönliche Werte, trainieren Rhetorik und lernen, im Team zu arbeiten. Abgerundet wird dieser Kurs mit politischen Bildungsreisen nach Brüssel und Berlin. 

Der Besuch an unserer Schule stellt einen Baustein des Grundkurses dar. Im Rahmen der Vorträge wurden die unterschiedlichsten Aspekte thematisiert: artgerechte Tierhaltung, Bodenfruchtbarkeit, ökologischer Landbau, das Berufsbild und seine Verdienstmöglichkeiten, aber auch Themen wie „Urlaubsplanung“ und das Konzept der „Erlebnisbauernhöfe“ kamen zur Sprache. 

Wir bedanken uns herzlich bei den jungen Referentinnen und Referenten für die intensive Vorarbeit. „Danke“, dass ihr euch die Zeit genommen habt, zu uns zu kommen, „danke“, dass ihr eure Präsentationen sehr persönlich und authentisch gestaltet habt, „danke“, wie ihr mit auch kritischen Fragen vonseiten der Schülerschaft umgegangen seid.

Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit im nächsten Schuljahr.

Maria Wenger-Reinhard

Eine Woche voller Klimawissen und Energie –Herrschinger Realschule geht Pionierweg mit einzigartiger Projektwoche

Vom 3. bis 10. Februar fand an der Herrschinger Realschule eine außergewöhnliche Projektwoche statt, die in dieser Form bisher einzigartig war. Unter der Leitung von Lehrkraft Veronika Stock konnten sich alle neunten Klassen intensiv mit den Themen Klima und Energie auseinandersetzen. Dabei erfuhren die Schülerinnen und Schüler hautnah, was Klimawandel bedeutet, wann das Klima kippt und wie man aktiv zu einem besseren Klimaschutz beitragen kann. Drei eindrucksvolle Projekte standen dabei im Fokus:

Das experimentelle Dorf – Eine Simulation des Klimaschutzes

Das vom Bund Naturschutz angebotene „experimentelle Dorf“ ermöglichte es den Schülerinnen und Schülern, Klimaschutz spielerisch zu erleben. Mithilfe eines realen Modell-Dorfes wurden verschiedene Maßnahmen zur Energieumwandlung simuliert. Häuser und Energieversorgungsanlagen wurden modular mit Energiewandlern wie Kühlschränken, Computern oder Beleuchtung bestückt, um deren Auswirkungen auf das Dorf und den Klimaschutz zu analysieren. Die Jugendlichen konnten durch eigenes Ausprobieren herausfinden, wie sich beispielsweise der Bau eines Windrads oder das Installieren von Solarpanels auf das Energiekonzept des Dorfes auswirken. Spielerisch konnten die Schüler*innen das Dorf selbst verwalten und eigenverantwortlich energiepolitische Entscheidungen treffen – und so die Auswirkungen ihrer Entscheidungen direkt erfahren. Jede Klasse widmete einen ganzen Vormittag dieser praxisnahen Erfahrung.

Experimente der Stadtwerke München – Energiewende im Fokus

Ein weiteres Highlight der Woche war das dreistündige Experimentierangebot der Stadtwerke München unter der Leitung von Frau Magerl. Nach einer theoretischen Einführung forschten die Schülerinnen und Schüler an verschiedenen Stationen zu erneuerbaren Energien, deren Transport und Verteilung. Abschließend wurden die Ergebnisse gemeinsam diskutiert, um ein tieferes Verständnis für die Herausforderungen und Möglichkeiten der Energiewende zu schaffen.

Der LMU-Klimakoffer – Wissenschaftliche Hintergründe zum Klimawandel

Um die wissenschaftlichen Hintergründe des Klimawandels greifbar zu machen, wurde der sogenannte Klimakoffer eingesetzt. Dieser wurde ursprünglich für Gymnasien entwickelt, doch dank der unermüdlichen Arbeit von Frau Stock konnten die Inhalte auf das Niveau der neunten Klasse der Realschule angepasst werden. Die Schülerinnen und Schüler führten spielerische Experimente zu verschiedenen klimarelevanten Themen durch, darunter:

  • Absorption von Wärmestrahlung durch CO₂
  • Der Albedo-Effekt
  • Versauerung der Meere

Besonders die Versauerung der Meere sorgte für Aha-Momente: Die Jugendlichen konnten mit eigenen Augen sehen, dass dieser Prozess voranschreitet.

Nachhaltige Wirkung der Projektwoche

Die Woche selbst ist als voller Erfolg zu werten: „Vielleicht wollen einige der Schüler nun ja künftig im Bereich erneuerbare Energien tätig werden“, hofft Veronika Stock. Sie stellte fest, dass viele Schüler im Vorfeld nur wenig Wissen über Klimawandel und Klimaschutz hatten. Umso wichtiger sei es gewesen, ein fächerübergreifendes Projekt anzubieten. „Es war beeindruckend zu sehen, wie sich einige Schülerinnen und Schüler innerhalb der Woche veränderten – während manche das Thema anfangs noch belächelten, entwickelten sie nach den Experimenten eine ganz neue Sensibilität dafür“, berichtet sie weiter.

Die Bedeutung des individuellen Beitrags zum Klimaschutz wurde während der Woche klar vermittelt. „Es ist nicht komplett aussichtslos – jeder kann etwas tun!“, so das Fazit der Lehrkraft. Aufgrund der positiven Resonanz gibt es bereits Pläne, die Projektwoche im kommenden Jahr zu wiederholen oder sogar auf weitere Jahrgangsstufen auszuweiten.

Sandra Eichner, Herrschinger Spiegel vom 5. März 2025

Spende für den Gefa-Test

„Was soll ich werden?“ – irgendwann beschäftigt diese Frage jeden jungen Menschen. Der GEVA-Test ermittelt die individuellen Stärken, kognitiven Leistungen wie auch die beruflichen Ziele und Motivationen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und schlägt ihnen passende Berufswege in Form von Studiengängen und Ausbildungsberufen vor.  Ein großes Dankeschön geht an die Allianzvertretung Sellmaier in Olching, die auch dieses Jahr wieder unsere Schülerinnen und Schüler finanziell bei der beruflichen Orientierung unterstützt hat. Herr Schmitz bedankt sich bei Herrn Sellmaier für die Gesamtspende in Höhe von 102,00 €.

„Die ersten Stimmen für die Demokratie“

Kurz vor der echten Bundestagswahl am 23. Februar wurde es an der RSH spannend: In der Woche vor dem Wahltag durften die Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen im Rahmen der Juniorwahl ihr demokratisches Wissen austesten! Die Stimmzettel aus dem Wahlkreis Starnberg/Landsberg a.L., Wahlkabinen, eine „echte“ Wahlurne – alles war vorbereitet, um den jungen Wählerinnen und Wählern das Gefühl zu geben, selbst Teil des demokratischen Prozesses zu sein.

In den Unterrichtsstunden vorher war der Wahlkampf in den Klassenzimmern angekommen: Welche Parteien stehen zur Wahl? Was sind deren Positionen? Und vor allem – was bedeutet es, eine eigene Stimme abzugeben? Wahlplakate wurden analysiert, der Wahl-O-Mat genutzt und bereits im Herbst wurden die Parteien anhand unterschiedlicher Grundpositionen voneinander abgegrenzt und verglichen. Am Ende hatte jede und jeder eine Vorstellung davon, was die eigene Stimme bewirken kann.

Der Durchführung der Juniorwahl stand dann nichts mehr im Wege: Die Wahlkabinen wurden aufgebaut, die Schüler erhielten ihre Wahlzettel und die Wahlurne stand bereit. Doch bevor es ans Wählen ging, gab es noch eine kurze Erinnerung an die Wahlrechtsgrundsätze: geheim, frei, unmittelbar, gleich und allgemein.

Nacheinander begaben sich die Schülerinnen und Schüler in die Wahlkabine – einige entschieden sich sehr zügig, andere überlegten etwas länger. Doch egal, wie lange man brauchte – das Gefühl, eine Entscheidung zu treffen, war für alle das Gleiche: Es war der erste Schritt in die Welt der Politik!

Mit der Juniorwahl wurde den Jugendlichen nicht nur ein Stück Demokratie näher gebracht, sondern auch die Bedeutung des Wahlrechts verdeutlicht. Sie konnten hautnah erleben, wie eine Wahl funktioniert und welche Verantwortung es mit sich bringt eine Stimme abzugeben. Denn, wie man weiß, jede Stimme zählt – und die Juniorwahl war der Beweis, dass auch die nächste Generation in der Demokratie aktiv mitmischen kann.

Die Ergebnisse an unserer Schule entsprachen am Ende zum einem dem Trend der Jungwähler bei der Bundestagswahl: die Linke konnte stark punkten – und zum anderen war es dann doch auch ein typisch „bayerisches“ Ergebnis: die CSU wurde stärkste Kraft bei unseren Schülerinnen und Schülern.

M. Feroz/ M. Ünalan

Berufsinformationsabend an der RSH

Der Förderverein der Realschule Herrsching veranstaltete wie jedes Jahr in Zusammenarbeit mit der Schule den Berufsinformationsabend (BiA) in der neuen Dreifachturnhalle. Unter dem Motto „Zukunft gestalten – Firmen treffen Schüler – We want you“ bot die Messe über 80 Firmen und Ausstellern aus der Umgebung die Möglichkeit, sich den Jugendlichen vorzustellen und wertvolle Einblicke in die Arbeitswelt zu vermitteln.

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg mit zahlreichen Besuchern, darunter vielen Ehrengästen. In ihren Grußworten unterstrichen der Schirmherr, Landrat Stefan Frey,  Bürgermeister Christian Schiller sowie Schulleiter Christian Schmitz die Bedeutung der Veranstaltung für die Zukunft der Schülerinnen und Schüler sowie die Region.

Ziel der Messe war es, den Schülern und Schülerinnen der Realschule und anderen interessierten Jugendlichen zu ermöglichen, erste Kontakte mit potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen, Informationen zu Praktika und Ausbildungsplätzen zu erhalten und verschiedene Berufsfelder kennenzulernen. Die Stände der Aussteller luden nicht nur zum Gespräch ein, sondern boten auch interaktive Aktionen an, bei denen die Besucherinnen und Besucher ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen konnten. So durften sie beispielsweise Handcreme selbst herstellen oder bei einem Wettbewerb im Nagelschlagen ihre Geschicklichkeit testen.

Großes Interesse fanden auch die Vorträge zu unterschiedlichen Ausbildungsberufen. So informierten unter anderem Vertreter der Polizei über den Beruf des Polizeibeamten und ein Vortrag zum agrartechnischen Assistenten zeigte den Jugendlichen die vielfältigen Möglichkeiten in der Landwirtschaft auf.

„Die Messe war eine tolle Gelegenheit für unsere Schüler und Schülerinnen, sich über ihre berufliche Zukunft zu informieren und gleichzeitig auf lockere Art und Weise in Kontakt mit den Unternehmen der Region zu kommen“, sagte Christian Schmitz. Auch die Aussteller zeigten sich zufrieden: „Wir haben viele interessierte und motivierte Jugendliche kennengelernt und hoffen, einige von ihnen in Zukunft als Praktikanten oder Auszubildende bei uns begrüßen zu dürfen“, erklärte ein ehemaliger Schüler, der hinter einem Stand Werbung für den Beruf des Lebensmittellaboranten machte.

Die Berufsinfomesse an der Realschule Herrsching zeigte eindrucksvoll, wie wichtig der Austausch zwischen Schule und Wirtschaft ist, um den jungen Menschen den Übergang ins Berufsleben zu erleichtern und ihnen Perspektiven in ihrer Heimatregion zu eröffnen. 

Auf dem Gruppenfoto hinten von links nach rechts: Robert Klier (2. Bürgermeister von Andechs), Walter Bleimaier (1. Bürgermeister von Inning), Karen Körber (Förderverein), Schulleiter Christian Schmitz, Christian Schiller (1. Bürgermeister von Herrsching), Landrat Stefan Frey, Anne Boldt (gwt), Michael Sturm (1. Bürgermeister Wessling), Stefan Ammon (Geschäftsführung Zweckverband)
Vorne von links nach rechts: Birte Hartl (Förderverein), Beatriz Martínez-Kinader (Förderverein)

A. Pfister

Geo-Exkursion in den Botanischen Garten

Die Klassen 7B und 7D fuhren am 26.02.2025 im Rahmen einer Geo-Exkursion in den Botanischen Garten nach München und konnten dort bei einer Führung den tropischen Regenwald und die Subtropen mit ihrem jeweiligen Klima und ihrer besonderen Pflanzenwelt live erleben. Dabei erfuhren die Schüler vieles über die Besonderheiten und die Anpassungsfähigkeit der Pflanzen an das besondere Klima der jeweiligen Zone. Außerdem lernten wir, wo und unter welchen Bedingungen einige für uns alltägliche Lebensmittel wie Kakao, Bananen, Ananas oder Reis wachsen und geerntet werden. Insgesamt konnten wir einmal kurz Abtauchen in die Welt der Tropen und Subtropen und das mitten in München!

Fachschaft Geographie, Constanze Burger

Faschingsfeier der Fünftklässler mit den Tutorinnen und Tutoren

Am Dienstag, den 25. Februar verwandelte sich die RSH in eine bunte Faschingslocation: Es gab ein Buffet mit vielen Krapfen, eine Tanzeinlage mit allen Fünftklässlern – professionell angeleitet von Frau Haselbeck – sowie einen Laufsteg, bei dem aus jeder Klasse ein Siegerkostüm gekürt wurde. Abschließend reihten sich alle noch zur Polonaise auf und marschierten durchs Atrium.

A. Rochan

„Entschuldigung, wir hatten doch einen Handschlag!“ 

– Ein spannendes Planspiel zur Regierungsbildung

Am Dienstag, den 11.02.2025, verwandelte sich die RSH in ein Miniaturparlament, als Schülerinnen und Schüler beim Planspiel „Fokus Bundestag“ in die Rolle von Politikerinnen und Politiker fiktiver – aber durchaus realitätsnaher – Parteien schlüpften. Unter der Leitung von Marian Hummel und Patrick Würth von der Akademie für politische Bildung in Tutzing erlebten die Teilnehmer hautnah, wie herausfordernd der Weg bis zur Bildung einer Regierung sein kann. Mit viel Elan stürzten sich die Schülerinnen und Schüler aus der zehnten Jahrgangsstufe in die Simulation eines Wahlkampfs und der anschließenden Regierungsbildung. Zur Vorbereitung haben alle zusammen zunächst politisch relevante Themen gesammelt und diese anhand von Konfliktlinien eingeordnet.

Die große Show – Wahlkampf und Wahlwerbespots

Gleich zu Beginn war Kreativität gefragt! Jede Partei brauchte natürlich einen Wahlwerbespot. Das ganze Schulhaus wurde zur Filmkulisse und es entstanden wahre Meisterwerke der politischen Werbung. Hierbei wurden Fünftklässler für Parteizwecke „instrumentalisiert“, Bäume umarmt und Böden geputzt… Trotz des Zeitmangels hat sich gezeigt, dass die Schülerinnen und Schüler der realen Politik mit ihren Werken durchaus Konkurrenz machen könnten!

Wilde Sondierungsgespräche und eine umstrittene Kanzlerwahl

Nach der Präsentation der Werbespots und einer Expertenanalyse zu den Parteipositionen erhielten die Schülerinnen und Schüler die fiktiven Wahlergebnisse. Die konservative PCD triumphierte, doch die Freude währte nicht lange – es musste eine Dreier-Koalition gebildet werden. Wilde Sondierungsgespräche begannen. Dabei gingen manche „Politiker“ sehr emotional vor, während andere sehr strategisch in ruhigen Ecken konkrete Pläne schmiedeten.

„Entschuldigung, wir hatten doch einen Handschlag!“ rief ein empörter Politiker der sozial-demokratischen PSD, als Vereinbarungen plötzlich wieder hinfällig wurden. Nach der Mittagspause wurde überraschend klar, dass sich drei Parteien auf eine „Jumbo-Koalition“ geeinigt hatten. Der ausgearbeitete Koalitionsvertrag war dementsprechend schwammig formuliert. Einigen Politikern war die Tragweite ihrer Entscheidungen wohl nicht ganz bewusst. Nun konstituierte sich der neue Bundestag und es wurde noch wilder!

Der Spitzenkandidat der ökologischen PÖD geriet bei einer Generaldebatte ins Kreuzfeuer der hitzigen Gemüter der Oppositionsparteien. Die Vorwürfe der Opposition reichten von Vertrauensbruch, Heuchelei, gebrochenen Handschlägen bis hin zu „Wählerverrat“. Die frisch geschmiedete Koalition zerfiel in Teilen durch den immer stärker werdenden Druck der Opposition noch Minuten vor der Wahl der Kanzlerin. Nach einem filmreifen und spektakulären Finale stand die Entscheidung dennoch fest! Die Spitzenkandidatin Isolde Baumgärtner aus den Reihen der konservativen PCD gewann trotzdem mit einem knappen Ergebnis von 52% die Wahl zur zehnten Bundeskanzlerin. Einige Politiker aus den vermeintlichen Koalitionsparteien standen zu diesem Zeitpunkt aber bereits nicht mehr hinter der neugewählten Kanzlerin.

Zum Abschluss des aufregenden Tages teilten die Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke zur Simulation in einem Stehkreis. Es wurde deutlich: Politik ist keine leichte Aufgabe und erfordert viel Durchhaltevermögen und Kompromissbereitschaft. Aber durch das Planspiel wurde sie für alle greifbarer und spannender!

Tolga Akoglu

Planspiel „Der Landtag sind wir!“

In den Medien könnte der Eindruck entstehen, dass die Politiker unseres Landes nichts anderes tun, als sich fortwährend zu streiten. Dass es auch anders geht, demonstrierten unsere Schülerinnen  und Schüler der Klassen 10a, 10b und 10d. Im Rahmen des Planspiels „Der Landtag sind wir“ schlüpften sie in die Rollen von Abgeordneten des Bayerischen Landtags.

Bereits zu Beginn erhielten die Schüler ihre farbigen Mappen, die die vier Parteien repräsentierten: Blau für die Konservativen, Gelb für die Freien, Grün für die Ökologen und Rot für die Sozialen. In den Mappen fanden unsere jungen Politiker/-innen den Hinweis, z.B. als 62-jähriger Architekt aus Kulmbach zu agieren, sowie die Aufgabe, sich einen klangvollen Namen auszudenken. So entstand ein bunter Mix neuer Identitäten – wobei sich die Namensklassiker äußerster Beliebtheit erfreuten: zwei „Bauer“, drei „Mayer“, fünf „Müller“. Gleich neun Schülerinnen und Schüler gaben sich einen Doktortitel. Ein Schmunzeln war fast unvermeidlich, wenn man daran beobachtete, wie tief sie in ihre Rollen eintauchten und teils sogar gegen ihre eigene Überzeugung debattierten.

Das Herzstück des Planspiels war die Erarbeitung eines Gesetzentwurfs der Freien zur Bekämpfung übermäßigen Alkoholkonsums, der Begleitkriminalität und der Gefährdung der Gesundheit Jugendlicher in Bayern. Mit großem Eifer entwickelten alle Fraktionen ambitionierte Konzepte. Es wurde heftig diskutiert, ob man nicht schon in der 4. Klasse mit einer präventiven Kampagne starten sollte – getreu dem Motto: „Je früher, desto besser.“ Zudem plädierten einige für ein Verkaufsverbot von Alkohol ab 23 Uhr und eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf alkoholische Getränke auf bis zu 30 %. Auch über FSK-Sticker auf alkoholischen Getränken wurde nachgedacht. In den anschließenden Ausschusssitzungen trafen sich die Vertreter der Parteien, präsentierten ihre Entwürfe, debattierten leidenschaftlich und suchten Kompromisse.

Der Höhepunkt war die abschließende Abstimmung im „Landtag“ unter der Leitung von Landtagspräsident Dr. Walter Holz – selbst ein stolzer Träger eines Doktortitels. Mit knapper Mehrheit, getragen von den Stimmen der Konservativen und der Freien, wurde eine wichtige Abänderung des Gesetzentwurfs beschlossen – ein Ergebnis, das die engagierten Diskussionen und die Bereitschaft, über den eigenen Schatten zu springen, eindrucksvoll widerspiegelte.

Die Rückmeldungen der Beteiligten lassen keinen Zweifel: Unsere Schüler haben nicht nur engagiert mitgemischt, sondern auch jede Menge Spaß gehabt – trotz (oder gerade wegen) der hitzigen Debatten. Dieses Planspiel zeigte eindrucksvoll, dass Politik weit mehr ist als trockene Theorie, wenn sie erlebbar wird. Es ist ein faszinierendes Abenteuer, in das man sich mit Leidenschaft stürzt. Wir dürfen gespannt sein, welche kreativen und zukunftsweisenden Ideen aus diesem Tag im „Landtag“ hervorgehen – vielleicht sieht man schon bald den einen oder anderen bayerischen Nachwuchsabgeordneten in echten Parlamentsdebatten.

V. Balaj, O. Pehlevan