


An einem Projekttag tauchten die achten Klassen der RSH gemeinsam mit zwei engagierten Organisationen in die Welt des Meeres- und Umweltschutzes ein. Im Fokus standen Plastikvermeidung, Meeresschutz und der direkte Einfluss menschlichen Handelns auf marine Ökosysteme.
„Einmal ohne, bitte“ – Verpackungsfrei aus Überzeugung
Den Auftakt bildete die Münchner Initiative „Einmal ohne, bitte“, die 2018 vom Münchner Kreativkollektiv rehab republic e. V. ins Leben gerufen wurde. Mittlerweile besteht das Netzwerk aus vielen weiteren Botschaftern und Botschafterinnen und Gemeinden, die das müllfreie Einkaufen in Mehrweg in ganz Deutschland voranbringen.
In jeweils 40-minütigen, interaktiven Vorträgen führten die Referentinnen die Schülerinnen und Schüler mithilfe eines Handy-Quiz durch die Themenwelt des Plastikmülls. Die Jugendlichen erfuhren beispielsweise, dass eine dreiköpfige Familie in Deutschland pro Woche rund 9 Kilogramm Plastikmüll verursacht – eine Zahl, die viele erschreckte.
Die Klassensieger des Quiz durften sich über einen nachhaltig bedruckten Stoffbeutel freuen. „Bei meinem nächsten Bäckerbesuch werde ich versuchen, meine Butterbreze in meinen Stoffbeutel packen zu lassen. Ich wusste nicht, dass es in der EU ein Gesetz gibt, das Geschäfte verpflichtet, To-Go-Ware in mitgebrachte Behälter zu füllen“, so ein 8.-Klässler.
Captain Paul Watson Foundation Germany e.V. – Schutz der Meere durch direkte Aktion
Der zweite Teil des Projekttages wurde gestaltet von der Captain Paul Watson Foundation Germany e.V. Die Stiftung – gegründet 2022 – setzt das Lebenswerk des international bekannten Meeresschützers Captain Paul Watson fort. Watson ist Mitbegründer von Greenpeace, Gründer der Sea Shepherd Conservation Society und seit über 50 Jahren aktiver Kämpfer gegen illegale Aktivitäten auf See.
Die 35‑minütige Präsentation gab Einblicke in die Arbeit der Organisation und stellte drei aktuelle Kampagnen vor:
- Operation Krill Wars
Die Kampagne will durch Aktionen und Dokumentation die industrielle Krillfischerei in der Antarktis beenden, um das dortige Ökosystem und die Nahrungsgrundlage für Wale und Pinguine zu schützen.
- Operation Bloody Fjords
Die Kampagne der Meeresschutzorganisation will das jährliche, brutale Töten von Grindwalen und Delfinen auf den Färöer-Inseln durch Dokumentation, internationale rechtliche Schritte und politischen Druck stoppen.
- Operation Ocean Killers
Die Kampagne überwacht industrielle Fabrikschiffe in europäischen Gewässern und macht deren zerstörerische Fangpraktiken öffentlich, um die Zerstörung mariner Ökosysteme zu verhindern.
Zum Abschluss des Vortrags war deutlich spürbar, wie sehr die eindrucksvollen Bilder und Berichte die Achtklässlerinnen und Achtklässler bewegt hatten. Viele zeigten sich betroffen und nachdenklich: „Ich wusste gar nicht, dass so etwas heute noch erlaubt ist“, meinte eine Schülerin leise. Besonders eindrücklich blieb die Aussage eines Schülers der 8. Jahrgangsstufe: „Über viele Jahre hinweg entsteht dieses Ökosystem und wird in so kurzer Zeit zerstört. Da vergeht einem die Lust auf Fisch. Anstelle von Lachs dann doch lieber der Fisch aus dem benachbarten Ammersee.“ Der Vortrag hinterließ nicht nur Stille im Atrium, sondern auch den Wunsch, bewusster mit Konsum und Meeresschutz umzugehen.
Organisiert wurde der Projekttag von der IT‑ und Kunstlehrerin Tanja Weindl, die seit über 15 Jahren begeisterte Taucherin ist und sich selbst aktiv für den Schutz der Ozeane einsetzt. Im Kunstunterricht entstehen derzeit Skulpturen und Werke aus gesammeltem Plastikmüll, die am Jahresende im Rahmen einer öffentlichen Vernissage gezeigt werden.
„Ich möchte ein Bewusstsein schaffen – dafür, wie wertvoll unsere Meere sind und wie präsent Plastik in unserem Alltag ist. Müll kann auch eine Botschaft transportieren. ‘Protection starts with education’ – der Schutz beginnt mit Bildung“, so Tanja Weindl.
Ein Projekttag, der bewegt, aufklärt und hoffentlich lange nachwirkt.
Tanja Weindl














































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