„Stolzer Chef eines ungeheuer fantastischen Teams“

Viele Ehrengäste kamen zur offiziellen Amtseinführung des neuen Schulleiters Christian Schmitz. Darunter der Ministerialbeauftragte Michael Heimes, der stellvertretende Landrat Georg Scheitz, der Vorsitzende des Zweckverbands Manfred Walter, sein Stellvertreter und Herrschinger Bürgermeister Christian Schiller sowie der Dekan Simon Rapp. Außerdem der ehemalige Schulleiter Jürgen Kutta und die Vorgängerin von Christian Schmitz, Rita Menzel-Stuck, SchulleiterInnen der angrenzenden Schulen, VertreterInnen des Elternbeirats, die SMV und das Kollegium. 

Christian Schmitz war von 2004 bis 2012 Lehrer an der Realschule Herrsching, ging dann nach Schondorf, wo er zweiter Konrektor war und kam 2017 als Konrektor nach Herrsching zurück.

Ihm war immer klar, dass wenn er Schulleiter werden möchte, „dann nur an dieser Schule, weil der Zusammenhalt, das Kollegium und die Atmosphäre hier unschlagbar sind.“

Wer die Veranstaltung verfolgte, wusste sofort, was er meinte und wurde mitgerissen von dieser ungezwungenen, herzlichen Stimmung.

Begrüßt wurden die Gäste vom zweiten Konrektor Marcus Detsch, der mit der Filmmusik von „Fluch der Karibik“ und einer kleinen Powerpoint-Präsentation die Mannschaft und Führungscrew auf humorvolle Art vorstellte – auch etwas, das Christian Schmitz so an dem Kollegium liebt: das miteinander Lachen.

Der Ministerialbeauftragte Michael Heimes überreichte dem neuen Schulleiter eine Stimmgabel, zum Einstimmen auf die Position, um den richtigen Ton weiterzugeben, auf Unstimmigkeiten zu achten und  Vielstimmigkeiten für ein tolles Klangbild zuzulassen.

Viel Geld hatte Georg Scheitz im Gepäck: 4,36 Millionen Euro wurden gerade für die neue Turnhalle genehmigt. „Was bringt man bei solch einer Summe als kleines Mitbringsel mit?“, fragte Scheitz mit einem Zwinkern in seiner Ansprache und überreichte dem Schulleiter eine Tasse des Landkreises Starnberg.

Eine Tasse mit dem Aufdruck „Stolzer Chef eines ungeheuer fantastischen Teams“ gefüllt mit Küsschen überreichte auch die Vorsitzende des Personalrats in ihrer sehr persönlichen Rede. Sie kenne Christian Schmitz noch aus seiner ersten Zeit in Herrsching und er sei nicht der erste, der reumütig an diese Realschule zurückkomme. Sie und das ganze Kollegium hätten sich sehr über die Rückkehr gefreut. Da der Schulleiter die Schulfamilie immer mit lustigen Sprüchen an seiner Tür erheitere, schenkte das Kollegium ihm eine Sammlung an Sprüchen und guten Wünschen in Form eines Aufstellers für seinen Schreibtisch.

Erfreut über den neuen Chef zeigten sich auch Manfred Walter und Christian Schiller vom Zweckverband. Sie seien stolz auf den neuen Kapitän, der das Schiff auf bewährte Weise weiterlotse und hätten nur die Bitte, dass er „das Boot jeden Abend unversehrt in den Hafen zurückbringt.“ Christian Schiller, der mit dem Schulleiter nicht nur Vornamen, sondern auch Alter teilt, gab den Tipp „Lass dich treiben und genieße es.“ Sie freuten sich auf gemeinsame Segeltörns und überreichten passend dazu ein Boot aus Ammersee-Treibgut. 

Ebenfalls sehr herzlich war der Auftritt der SchülervertreterInnen, die auf der Bühne gemeinsam mit ihrem neuen Schulleiter eine Schultüte mit einigen persönlichen Geschenken füllten und durch Anspielungen für viele Lacher im Publikum sorgten. So überreichten sie beispielsweise ein Hausaufgabenheft, in dem Christian Schmitz seine frühmorgendlichen Rudereinheiten dokumentieren solle. Dieses werde hin und wieder  kontrolliert und wenn es etwas zu bemängeln gebe, „dann müssen auch mal die Eltern kontaktiert werden“, meinte die Schülersprecherin Marie Müer augenzwinkernd und lächelte in Richtung der Eltern Schmitz, die in der ersten Reihe saßen – ebenso wie sein Ehemann Andreas.

Dass er ihn erstmals mitgenommen habe, sei ihm nicht leicht gefallen, aber er sei diesen Schritt bewusst gegangen, betonte Christian Schmitz in seiner sehr offenen und emotionalen Rede. Eines seiner Hauptziele sei, dass es irgendwann nicht mehr nötig sei, über Toleranz zu sprechen, sondern Akzeptanz zu leben.

Dabei habe er sich auch etwas bei seinen bisherigen Chefs Jürgen Kutta und Günter Morhard sowie seiner Vorgängerin Rita Menzel-Stuck abgeschaut. „Sie haben gemeinsam, dass sie die Schule mit Herz leiteten und es ihnen immer um die Menschen mit all ihren Facetten ging“, so Schmitz.

Weitere Ziele für seine Schule seien der verantwortungsbewusste Umgang mit Ressourcen und die angstfreie Begegnung. Er sehe sich dabei als „Kompass, der die Richtung geben kann und will.“

Mit viel Humor ging die Veranstaltung, die auch dank der tollen musikalischen Beiträge von SchülerInnen sehr abwechslungsreich war, zu Ende. Seine Crew überraschte den Schulleiter mit dem Stück „Wenn ich nicht Schulleiter geworden wär…“  und schlüpfte dafür unter anderem in Ballerinaröckchen, Malerkittel und Boxerhandschuhe.

Dass alle sehr glücklich sind, dass keine Ballerina, kein Maler oder Boxer aus ihm wurde, sondern Schulleiter an der Realschule in Herrsching, darauf stieß man bei einem Gläschen Sekt im Anschluss zusammen an.

Anja Pfister